Handy-Verbot in Bus und Bim

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Bürgermeister Siegfried Nagl hat genug vom Smalltalk und akustischer Lärmbelästigung in öffentlichen Verkehrsmitteln. Jetzt soll ein Verbot kommen.

Schalldämpfer für die Landeshauptstadt

Handy-Verbot, Ruhezonen und Wohlfühlhaus als Seelenbalsam fordert Bürgermeister Nagl. Zwei Drittel der Grazer leiden unter Lärm, die Belastung nimmt laut einer Studie pro Jahr um ein halbes Dezibel zu. Nagl will nun Graz einen Schalldämpfer verpassen. Nagls Vorbild ist Angers, eine Stadt südlich von Paris, das als Musterschüler in Sachen Lärmbekämpfung gilt.


    

 

 

 

 

 

 

 

 68 Prozent sind für das Handy-Verbot

Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl sieht sich durch eine Umfrage des Wiener Institutes "ifat" in seiner Forderung nach einem generllen Handyverbot in Bus und Bim bestätigt. 1207 Grazerinnen und Grazer wurden befragt, 68 Prozent wünschen sich ein Verbot von Handys in öffentlichen Verkehrsmitteln.

In Bus und Bim wird jedenfalls schon ab Mittwoch, den 16. April das telefonieren mit Handys verboten. Nagl: "Ohne Strafen, aber mit Ermahnung - es geht mir hier verstärkt um die Bewußtseinsbildung innerhalb der Bevölkerung und die damit entstehende Selbstkontrolle."

Die Umfrageergebnisse stehen Ihnen im Downloadbereich zur Verfügung.


Bürgermeister Nagl dreht die Lautstärke runter (10.04.2008)

Lärmreduktion ist wichtiger Teil des Regierungsplans
Zwei Drittel der GrazerInnen leiden unter Lärm. Die Lärmbelastung nimmt objektiv jährlich um ein halbes Dezibel zu.
Graz lebt, Graz pulsiert, Graz blüht auf. Das Florieren der Stadt bringt viele Vorteile mit sich – aber auch einen gravierenden Nachteil. Der Lärm nimmt zu – laut einer Studie des Dialog-Centers der Diözese Graz jedes Jahr um bis zu einem Dezibel. Das bedeutet, dass sich die empfundene Lärmbelastung binnen 15 Jahren ungefähr verdoppelt. Dabei leiden schon jetzt zwei Drittel aller GrazerInnen massiv unter dem herrschenden Lärm, jede/r Zweite verspürt sehr oft die Sehnsucht nach Stille. Kein Wunder: Den ganzen Tag lang müsse man Lärm am Arbeitsplatz ertragen. Sogar beim Friseur, früher ein Ort der Erholung, läuten ständig irgendwelche Handys; und der Verkehrslärm zieht schon fast 70 Prozent der BürgerInnen den Nerv.

"Handy aus" in Bim und Bus
Ein Kommunikationsmittel wird immer mehr auch zur Plage. So gut die ständige Erreichbarkeit auch manchmal ist. Sie bringt enormen Stress, vor allem aber auch Lärm. Die laut geführten Privatgespräche zur „Unterhaltung" aller anderen ist vielen NutzerInnen des Öffentlichen Verkehrs schon lange ein Dorn im Auge. Bürgermeister Nagl hat dazu auch die entsprechende Lösung: „´Handy aus` in Bus und Bim." Bürgermeister Nagl wird den GVB dringend empfehlen, das Telefonieren zu untersagen.

Lärmsanierungsplan
„Der ständige Geräuschpegel hat fatale Auswirkungen", weiß Bürgermeister Siegfried Nagl. „Die Lebensqualität sinkt, die Betroffenen sind unausgeschlafen, die Leistungsfähigkeit nimmt ab...", könnte er die Reihe beliebig lang fortsetzen. Die Lärmreduktion ist daher ein wichtiger Punkt des Regierungsplans. Unterstützt wird er dabei von Univ.-Prof. Heinz Hammer. Der Arzt am LKH hat auch schon Maßnahmen ausgearbeitet, die sofort umgesetzt werden können. So soll etwa im Straßenbau eine Prioritätensetzung nach lärmtechnischen Gesichtspunkten erfolgen. „Schlaglöcher oder Kanten auf Straßen, auf denen viele Lkw unterwegs sind, müssen dringend ausgebessert werden", so Hammer.

Fahrzeuge prüfen
Außerdem seien in verkehrsbelasteten Gebieten zusätzliche Geschwindigkeitsbeschränkungen nötig. Wichtig ist auch, dass Autos, Mopeds und Motorräder bei Fahrzeugüberprüfungen häufiger und gründlicher auf Lärm hin untersucht werden, den sie erzeugen. Auch bei Freiluftveranstaltungen müssten alle technischen Möglichkeiten ausgenützt werden, um den Lärm für die Umgebung so weit als möglich zu verringern und zu begrenzen.

Angers – Das leuchtende Vorbild in Frankreich

Angers, 220 Kilometer südwestlich von Paris gelegen, gilt international als Musterbeispiel für innovative und effektive Formen der Lärmbekämpfung. Die Verwaltung der Stadt an der Loire ist mit großem Engagement und mit viel Phantasie bis ins kleinste Detail bemüht, mehr Ruhe zu schaffen.

Beispiele

  • Schulen werden mit erheblichen Aufwand schallgedämmt
  • Rasenmähen und Heimwerken sind mittlerweile zeitlich eingeschränkt
  • Deckel von Mülltonnen bekamen Schalldämpfer
  • Altglascontainer wurden in den Boden versenkt - mit dem Effekt, dass man das Zerbersten von Glas kaum noch vernehmen kann
  • Kommunalfahrzeuge mit geringstem Lärmausstoß
  • Einführung von Flüsterasphalt
  • Einrichtung eines städtischen Lärmtelefons

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